Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Der Kampfadler

Die Reihe der Greifvögel in unseren Vogelvitrinen wird links oben eröffnet durch einen Kampfadler (Polemaetus bellicosus).

Das Exemplar, ein junges Weibchen, wurde "im Sommer 1909 von Br. Linus Glorius am Nyassa geschossen", so eine alte Aufzeichnung. Nyassa meint den heutigen Malawi-See.

Die Art bewohnt offene und halboffene Landschaften Afrikas südlich der Sahara. Die Männchen erreichen nur etwa 76 % der Größe eines Weibchens. Beide Geschlechter jedoch sind so stark, dass sie Beute töten und wegtragen können, die viel schwerer ist als der Jäger selbst, zum Beispiel kleine Antilopen oder Affen.

Der Kampfadler ist gefährdet, weil er von Menschen gejagt wird, sobald er Siedlungen zu nahe kommt, da er auch Haustiere wie Hunde, Ziegen und junge Schafe reißt. So nimmt der von Haus aus nicht häufige Vogel - die Paare brüten in Abständen von mindestens 40 km - immer mehr ab.

Das Museum besitzt noch zwei weitere über 100 Jahre alte Exemplare dieser seltenen Adlerart: ein weiteres Weibchen steht auf der Vitrine "Hausrat" in der großen Afrikahalle, ein Männchen im 1. Tierdiorama in der Nähe des Eingangs.