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Der koreanische Holzschuh (namaksin)

Man möchte es fast nicht glauben, und doch ist es wahr: Der Holzschuh kam im 17. Jahrhundert aus den Niederlanden nach Korea.

Im Jahre 1653 kenterte ein holländisches Kauffahrtschiff auf dem Weg nach Japan vor der Küste Koreas. Die 36 Überlebenden des Schiffbruchs wurden festgenommen und durften das damals streng abgeriegelte Korea nicht mehr verlassen. Man brachte sie zunächst in die Hauptstadt Seoul, später wurden sie auf verschiedene Städte im Land verteilt. Ein Niederländer, den es viele Jahre zuvor ebenfalls nach Korea verschlagen hatte, diente anfangs als Dolmetscher.

Die Schiffbrüchigen, darunter Hendrik Hamel, ein Buchhalter der Niederländischen Ostindien-Kompanie, verkauften in Korea ihre Waren - unter anderem auch traditionelle holländische Holzschuhe. Diese wurden, in der Form angepasst, schnell zum Traditionsschuhwerk, das vor allem während der Regenzeit getragen wurde. In dieser Zeit zwischen Juni und September, in der man in Korea auf den Straßen und Wegen oft knöcheltief im Schlamm versank, hielten die praktischen Holzschuhe die Füße trocken und wurden von Koreanern aller Stände und Altersgruppen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein getragen. Anders als bei den japanischen Geta-Holzschuhen, bei denen die Absätze aufgesetzt sind, werden die koreanischen „namaksin“ aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt.

Dreizehn Jahre nach dem Schiffbruch gelang Hendrik Hamel mit sieben weiteren Mitgliedern der Besatzung in einem Boot die Flucht nach Japan. Bevor Hamel in seine Heimat zurückkehrte, verfasste er einen Bericht über die Zeit in Korea, der 1668 veröffentlicht wurde und über zwei Jahrhunderte lang die einzige Informationsquelle über das "Land der Morgenstille" blieb.

 

Aufstellungsort: Vitrine "Männer" in der Korea-Abteilung im Untergeschoss