Besuch der Tutzinger Missionsbenediktinerinnen im Missionsmuseum

Merkwürdig, dass ein eigener Newsletter diesem Ereignis gewidmet wird. Besuchen nicht viele Gruppen, auch von Ordensleuten, unser Museum? Durchaus, jedoch dieser Besuch war etwas Besonderes.

Eigentlich sind es die "Ottilianer Missionsbenediktinerinnen", die am 10. Juli zu Besuch da waren. Als es in St. Ottilien zu eng wurde, zogen die Missionsbenediktinerinnen, die der Gründerpater Andreas Amrhein zusammen mit dem Mönchskonvent ins Leben gerufen hatte, von St. Ottilien nach Tutzing um (1904). Noch heute kann man im ehemaligen Konventbau der Benediktinerinnen, dem jetzigen Tagesheim St. Ottilien, die Wandmalereien der früheren Gebetsräume der Schwestern bewundern, in denen heute unsere fünften Klassen ihre nachmittägliche Studierzeit haben. Und das Missionsmuseum selbst stellt vier der Deckentafeln der früheren Kapelle des Schwesternklosters aus, die Szenen aus dem Leben des hl. Benedikt darstellen.

Doch noch mehr aus der Geschichte der Missionsbenediktinerinnen wird im Missionsmuseum gezeigt. Von Anfang an wurden unsere missionarischen Projekte gemeinsam mit den Tutzinger Schwestern gestemmt. Dies zeigt das eine oder andere Bild aus dem Glasbildarchiv der Erzabtei, mit dem wir unsere Missionsgeschichte illustrieren.

Die gemeinsame Geschichte wurde zum schweren gemeinsamen Schicksal während des Maji-Maji-Aufstands (1905-1907, Südtansania), in dem gleichermaßen Patres wie Schwestern ihr Leben lassen mussten, wovon das große Gemälde "Martyrium bei Mikukuyumbu", eine Tutzinger Leihgabe, zeugt.

38 Märtyrer, Missionsbenediktinerinnen zusammen mit Ottilianer Benediktinern und einigen Weltpriestern, wurden ermordet oder erlagen den Strapazen im Arbeitslager Oksadok in Nordkorea nach der Aufhebung des Schwestern- und des Männerklosters (Wonsan bzw. Tokwon) durch die Kommunisten im Jahre 1949. Für diese Opfer läuft im Vatikan ein Seligsprechungsverfahren. Die Vitrine, die im "Märtyrerraum" des Museums dieses Andenken unserer Mitschwestern und –brüder bewahrt, enthält wiederum einige Leihgaben aus dem Kloster Tutzing.

Der Besuch unserer Schwestern aus Tutzing am 10. Juli 2016 führte die Gruppe nach der gemeinsamen Sonntagseucharistie zunächst ins Museum. Besonders im Fokus standen dabei die Ausstellungsorte, die Zeugnis geben von der gemeinsamen Missionsgeschichte damals bis heute. Sicher wird das Missionsmuseum ein Anziehungspunkt bleiben, nicht nur für die Mönche, sondern auch für die Schwestern der missionsbenediktinischen Klöster, die auf St. Ottilien zurückgehen!