Wir schnitzen unsere Träume...

...sagten früher die als Holzschnitzer berühmt gewordenen Makonde, ein Bantuvolk, das im Südosten Tansanias auf einer noch heute recht unzugänglichen Hochebene lebt.

Die alte Schnitzkunst der Makonde will das Leben deuten und ihm Sinn verleihen, sie greift Bilder des täglichen Lebens auf. Im Zuge der Christianisierung wurden auch biblische Szenen ins Repertoire der Künstler aufgenommen.

Die Krippe im Missionsmuseum ist aus einem Stück gefertigt, der Schnitzer hat einen uralten mächtigen Stamm des Ebenholzbaums (mpingo) ausgewählt und gefällt.

Der Baum ist ein Menschenleben lang gewachsen - nach sieben Jahren zeigt ein neu gepflanzter Baum einen erst bleistiftdünnen schwarzen Kern im hellen Splintholz. Und nur dieses sehr harte schwarze Kernholz wird zum Schnitzen verwendet und mit primitiven Werkzeugen wie Hacken, Beilen, Messern und Steinen bearbeitet.

Der Schnitzer hat die Heilige Familie nicht als Einzelfiguren dargestellt, sondern sie nach Art der alten Sippenbäume als Einheit aus dem Stamm herausgearbeitet.

Josef und Maria beugen sich über den Jesusknaben und halten schützend ihre Hände um ihn, der stehend in einer Krippe dargestellt ist - als erwachsener Heiland mit Erlösergeste, wie wir es von gotischen Bildern kennen.

Auf der linken Seite sitzt ein Mann, auf der rechten Seite kommt ein Hirte mit seinem Büffel, sie bringen Geschenke.

Von oben rauscht ein Engel herab und breitet schützend seine Hände aus

                            und über allem leuchtet der Stern...

Möge ein solcher Stern nicht nur an Weihnachten, sondern auch im kommenden Jahr über Ihrem Haus stehen.

Das Museumsteam und die Klostergemeinschaft von St. Ottilien wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2017!