Gut aufbewahrt – das Museumsdepot

Unser Museumsdepot ist zwar flächenmäßig viel kleiner als die Ausstellungsräume, es enthält aber, auf die Gesamtzahl der Objekte bezogen, den größeren Teil des Museumsinventars. Der erste Newsletter dieses Jahres soll deshalb einmal einen Einblick in das Depot geben.

Bereits vor der Sanierung des Missionsmuseums stand die Ertüchtigung der ehemaligen Kunstkammer der Erzabtei zum neuen Museumsdepot. Dieser große zweiteilige Raum, der im Osten an das Untergeschoss des Museums anschließt, wurde bereits 2011-12 gründlich saniert und mit einer neuen Wandtemperierung klimatisiert.

Im Hintergrund stand damals schon die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern mit Rat aber auch Tat (Zuschüsse!) zur Seite. Im Vorfeld der Museumsrenovierung war die Inventarisierung aller Objekte angelaufen. Das genaue Hinschauen brachte auch zutage, dass die Aufbewahrung im Lager unter der Klosterkirche (vor dem Museumseingang links) auf Dauer untragbar war, insbesondere wegen des ungeeigneten Klimas (zu feucht) und des massiven Schädlingsbefalls. Nahezu alle Objekte sind aus dem zuletzt genannten Grund vorübergehend in die Gefriertruhe gewandert, wo zwei Wochen bei -23 Grad Celsius dem Schädlingsleben ein Ende bereitet haben.

Das Museumsdepot enthält heute mehr Objekte als das ehemalige "Lager". Das liegt nicht nur an den kleinen Zuwächsen des Bestands in den letzten Jahren, sondern vor allem daran, dass unsere neue Ausstellung auch nach dem Prinzip "weniger ist mehr" gestaltet ist. Eine Grundsatzentscheidung bestand z.B. darin, aus der alten Asien-Abteilung konsequent eine Korea-Ausstellung zu machen. So enthält das Depot heute eine ganze Reihe Abteilungen, die keine Entsprechung in der Ausstellung haben.

In einem weiteren Zoologie-Depot im Klausurbereich des Klosters befinden sich die zahlreichen "Überschüsse" naturkundlicher Art. Diese Objekte mussten völlig neu inventarisiert werden – sie waren bisher nirgendwo aufgelistet.

Während die Ertüchtigung der Depots schon vor der eigentlichen Museumssanierung vollendet wurde, dauerte die Kontrolle und Ergänzung der Inventarisierung bis zum Ende des letzten Jahres, also ein Jahr länger als die Renovierung.

Das Ergebnis lässt sich sehen: ALLE Objekte sind heute genau repräsentiert in unserer Museumsdatenbank. Diese ist dank ihrer hierarchischen und vernetzten Struktur so etwas wie ein genaues digitales Spiegelbild des gesamten Objektbestandes – um nicht zu sagen: des gesamten Museums. Denn nicht nur unsere insgesamt knapp 5000 Objekte, sondern auch die Museumstexte samt Fotos und die exakte Verortung von allem, was das Museum und das Depot ausmacht, sind in der Datenbank aufrufbar.

Einstweilen warten die Räumlichkeiten des "Alten Lagers" unter der Kirche noch auf ihre Sanierung und weitere Verwendung. Die diesbezüglichen Planungen nehmen zurzeit Gestalt an, und wir hoffen, dass darüber einer der nächsten Newsletter berichten wird.