Kinder im Missionsmuseum

"Die Trommel war das Beste", so liest man im Gästebuch des Museums immer wieder. Wobei sich unsere jüngeren Besucher nicht ganz einig sind. Auch das kleine Holzschweinchen zum Sitzen (im Filmraum im UG), jedoch vor allem die vielen "echten Tiere" stehen hoch im Kurs. Das Gästebuch wiederum hat wenigstens zur Hälfte Eintragungen von Kindern - und manchmal auch Gemälde…

Die große freistehende Trommel im UG mit dem Schildchen "gerne ausprobieren" ist zwar keine historische Trommel, sondern eher afrikanische "Touristenware", dafür hat sie jedoch einen beeindruckenden Sound. Oft bekommen das nicht nur die anderen Museumsbesucher mit, wenn wieder mal die "Buschtrommel" das Museum beschallt, sondern auch die Mönche, die gerade im Kloster Zeitung lesen wollen. Der Leseraum des Klosters ist nämlich direkt über dem Trommelraum (was den für die Museumssanierung Verantwortlichen erst nach der Wiedereröffnung 2015 deutlich wurde…).

Was unser Museum bei Kindern auch beliebt macht, ist das Museumsquiz, oder besser: die Quizze – denn es existieren inzwischen mehrere: neben dem Quiz "Missionsmuseum für Kinder", das noch für Grundschüler relativ anspruchsvoll ist, ein demnächst aufliegendes weiteres Kinderquiz für jüngere Kinder, die gerade mal lesen können, sowie Spezialquizze für Gymnasiasten. Man kann nämlich gerade vor den Tierdioramen bestens Biologieunterricht als Freiarbeit machen: Die Schüler der 6. Klasse zum Beispiel müssen dann einige Tierrätsel knacken, was aufgrund der Vorkenntnisse - und der ausgesetzten Belohnung - meistens gut angenommen wird. Selbst die 8. Klasse, also 14-Jährige, lässt sich noch mit dem Insektenquiz vor die Schmetterlings- und Käfervitrinen locken. Dort hat auch die Kunst-Kollegin unseres Gymnasiums schon Kinder sitzen lassen, um das eine oder andere Prachtstück abzuzeichnen.

 

 

 

Das museumsbezogene Malen und Basteln wiederum hat inzwischen Anklang gefunden durch das allmonatliche Angebot in den Jugendräumen des Museums (vgl. http://www.missionsmuseum.de/information/veranstaltungen.html).

Die größten Kinderscharen bekommen wir nicht etwa durch die ebenfalls häufig ankommenden Kindergarten- und Schülergruppen, sondern an den Montagen nach den Erstkommunionfeiern, also zwischen Ostern und Pfingsten. Das können dann aufgrund gleich mehrerer Kommunionausflüge auch mal einige Hundert Personen an einem Tag sein… Gut, dass bei diesen Großgruppen dann nicht nur der Herr Pfarrer, sondern auch die sog. "Kommunionmütter" mit dabei sind! Den absoluten Rekord und damit durchaus ein gewisses logistisches Problem hatten wir an einem verregneten Mai-Montag 2017: knapp 650 Personen am 8. Mai, wobei hier auch eine Seniorenwallfahrt dabei war.

Kinder wollen ausprobieren, was bei den Museumsobjekten i.e.S. nicht möglich ist, weil sie zu wertvoll und meist auch zu empfindlich sind. Da ist es gut, dass wir häufig Dinge "für das Museum" geschenkt bekommen, die zwar nicht inventarisierungswürdig sind, weil ohne Bezug zum Museumskonzept (Missionsgeschichte) bzw. zu touristisch, jedoch ideal, um Kinder damit spielen zu lassen. So haben wir inzwischen eine Sammlung von afrikanischen Musikinstrumenten, von Kangas (tansanische Kleidungs-Tücher) und von "Werkzeugen", die von den Kindern auch gerne hergenommen werden, um damit zu posieren und Selfies zu "schießen".

Zum Schluss dieser kleinen Übersicht zu unseren jüngsten Besuchern ein Rätsel: An welchem Ort kann man zu Fuß und völlig gefahrlos eine Safari machen und dabei die meisten Tiere, große und kleine, der afrikanischen Savanne sehen?? (Auflösung im nächsten Newsletter).