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Der Waldteufel (kijao)

Ein unheimliches Musikinstrument

Aufstellungsort: Afrikagang

Der Waldteufel, auch Natura genannt, zählt zu den Reibetrommeln (Membranophonen), die weltweit in vielen Kulturkreisen und in unterschiedlichster Form verbreitet sind, er wird auch als Schnur-Reibetrommel bezeichnet.

Wie im Namen angedeutet, werden die Töne beim Waldteufel nicht durch Anschlagen des Trommelfells erzeugt, sondern durch Reibung – die Membran wird durch eine Art Schnur in Schwingung versetzt. Dadurch entstehen rauschende, quietschende oder heulende Töne. Der Waldteufel ist außer in Afrika auch in Europa, China und Lateinamerika bekannt, so z.B. der WeststeirischeBüllhäfen, die buhaj in der Walachei oder die chinesische ha-ma.

Der Korpus des Waldteufels besteht aus einem ausgehöhlten Flaschenkürbis oder einer Baobabfrucht, die auf beiden Seiten offen sind. Eine Öffnung wird mit einer dünnen Tierhaut überspannt. In der Mitte dieses Trommelfells wird ein kleiner Schlitz in die Membran eingeritzt, durch den ein Palmblattstreifen oder langer Grashalm gezogen wird. Um ein Durchgleiten des Blattes zu verhindern, wenn man daran zieht, wird der Halm an der Oberseite des Trommelfells verknotet oder an einem quer liegenden kleinen Holzstäbchen befestigt.

Zum »Spielen“ des Waldteufels werden Daumen und Zeigefinger befeuchtet und am Blatt heruntergezogen. Es entsteht ein quietschend-heulender oder brummender Ton, dessen Lautstärke durch den Resonanzkörper stark gesteigert wird.

Der Waldteufel wurde in Afrika (z.B. bei den Mwera und den Makonde in Südost-Tansania) vor allem im Umfeld der Initiation eingesetzt. In dieser Zeit werden Knaben und Mädchen noch heute in eigenen (nach Geschlechtern getrennten) Camps im Busch über mehrere Monate hinweg intensiv auf das Erwachsenenleben vorbereitet. Lärminstrumente wie der Waldteufel, die Tierstimmen nachahmen, dienen dabei der Erprobung des Mutes der Initianden.