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Koreanischer Gelehrtenhut (gat)

Kunstwerk für den Kopf

Der Hut deutete im Korea der Joseon-Dynastie (1392-1910) die soziale Bedeutung seines Trägers an. Jeder Mann trug einen Hut - mit Ausnahme der Menschen, die außerhalb der hierarchischen Klassengesellschaft standen. Der gat wurde von Gelehrten der oberen Klassen (yangban) getragen, im 19. Jh. auch von der Mittelklasse.

Die weite Krempe des gat deutet auf seine Funktion hin. Es galt als unfein, das Haar zu zeigen. Die zur Joseon-Zeit üblichen langen Haare wurden auf dem Scheitelpunkt des Kopfs zu einem Knoten zusammengefasst. Darüber kamen ein Haarnetz, das den Kopf umschloss und ein Innenhut. Der gat wurde als äußerste Hülle darüber getragen.

Der gat wird in drei Schritten hergestellt. Der Prozess ist sehr komplex und wird deshalb auf mehrere Experten aufgeteilt. Die Krempe des gat hat ein Grundgerüst aus papierdünnen Bambusstreifen, die wie die Speichen eines Rades angeordnet sind. Dieses Grundgerüst wird mit haarfeinen Bambusfäden in einem komplizierten Muster durchflochten. Wenn die Krempe fertig ist, wird sie mit Tinte eingerieben, um dem schwarzen Hut (auch heukrip genannt) die charakteristische Farbe zu geben; anschließend wird sie mit einem heißen Eisen in Form gebracht.

Die tassenförmige Hutkrone aus Pferdehaar wird oben mit dünner Seide beklebt und abgeflacht. Im letzten Schritt werden Hut und Krempe zusammengeklebt. Die beiden Bänder an den Seiten des gat werden unter dem Kinn verknotet. Der gat im Museum wird durch die in einem Schmuckband verarbeiteten Bernsteinperlen zusätzlich aufgewertet und zeigt den Träger als hohen Beamten an.

Der gat wird heute nur noch zu festlichen Anlässen zusammen mit dem traditionellen koreanischen Gewand (hanbok) getragen. Noch heute gibt es Werkstätten in Südkorea, die den gat nach alter Tradition herstellen, er gehört zum Immateriellen Kulturerbe Koreas.