Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Sansibar-Tür

Zeugnis alter Swahili-Kultur

Die vor der ostafrikanischen Küste gelegene Insel Sansibar bildete vom 17. -  19. Jh. unter der Herrschaft des Sultans von Oman ein gefürchtetes Zentrum des Sklavenhandels. Im 19. Jh. wurde Sansibar vor allem durch seine Nelken- und Gewürzplantagen reich, war aber auch Umschlagplatz für den Karawanenhandel bis in den Kongo hinein.

Die sansibarische Kultur ist stark beeinflusst durch arabische, indische und andere asiatische Einflüsse der Händler, die sich auf der Insel niederließen. In der Kolonialzeit wurden auch westliche Elemente aufgenommen. Die Vermischung dieser unterschiedlichen Kulturen hat die einzigartige Swahili-Kultur hervorgebracht.

Vor allem in Stone Town, dem ältesten Viertel von Sansibar-Stadt, finden sich noch heute über 2000 aus Korallenstein und Mangrovenholz erbaute historische Gebäude, deren Baustil die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse widerspiegelt. Stone Town, die "Steinstadt", so benannt, weil dort schon Steinhäuser standen, als ringsum die Menschen noch in Bambushütten lebten, wurde vor mehr als 1000 Jahren gegründet und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Eingänge zu diesen historischen zweistöckigen Gebäuden mit Innenhof sind mit detailreich geschnitzten und oft mit Beschlägen verzierten Doppeltüren aus schwerem Holz versehen, den "Sansibar-Türen".

Unere Sansibar-Tür im Missionsmuseum weist deutlich arabische Motive in den Mustern der Schnitzereien auf. Wie im Islam üblich, finden sich keinerlei figürliche Darstellungen auf der Tür.

Die zunehmend von Plünderung und Verfall bedrohten Sansibar-Türen in Stone Town werden erfreulicherweise in jüngster Zeit mit Unterstützung einer italienischen Hilfsorganisation fachmännisch restauriert.