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"Frutti di Mare": Zoologische Fundstücke der Missionsbenediktiner am Indischen Ozean

Bereits die ersten 1887 nach Ostafrika ausgesandten Missionare St. Ottiliens hatten von der Klosterleitung den Auftrag, möglichst viel "Anschauungsmaterial" aus den Einsatzgebieten zurückzusenden, damit sich die Gemeinschaft zu Hause ein Bild von den Verhältnissen in der Ferne machen und damit man junge Mitbrüder auf ihre künftige Missionstätigkeit besser vorbereiten konnte.

Die daraus entstandene "Missionssammlung" wurde um die Jahrhundertwende der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist somit der Grundstock des heutigen Missionsmuseums. Da allerdings die Missionare zunächst ständig im Umzug waren, wegen Raumnot viel bauten und hohe Personalknappheit herrschte, ist eine Sammeltätigkeit vor 1894 unwahrscheinlich.

Das Interesse galt kulturellen und naturkundlichen Objekten aller Art. Zu den letzteren gehören auch Zoologica, die an der Küste gesammelt wurden. Seit Ende 1889 unterhielten die Missionsbenediktiner ein Haus in Daressalaam, seit 1901 in Lindi im Südosten des Landes. Über diese beiden Küstenorte dürften die meisten zoologischen Meeresobjekte nach St. Ottilien gesandt worden sein.

Die genaue Provenienz der naturkundlichen Sammlung des Museums ist leider nur für einen kleinen Teil der Objekte dokumentiert, zumal das Festhalten der Herkunft bei der frühen Sammeltätigkeit Ottilianer Missionare meist nicht im Vordergrund stand. Heute fallen die allermeisten Tiere in Ausstellung und Depot des Missionsmuseums unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen von 1976. Was wir jedoch sicher wissen: Unsere zoologische Sammlung ist ausnahmslos viele Jahrzehnte vorher zustande gekommen.

Die aktuelle Sonderausstellung zeigt einen Wal-Wirbel sowie an größeren Objekten eine Meeresschildkröte, Schädel bzw. Kiefer einer Seekuh, einer bestimmten Delphinart und einer Hai-Spezies.

Als Präparate sind eine bestimmte Seeschlange, ein Igelfisch, ein Rochen, eine Seespinne und ein Pfeilschwanzkrebs zu sehen. Daneben sind getrocknete Seesterne und Gehäuse von Seeigeln, marinen Schnecken und von einem Nautilus zu bewundern.