GESCHICHTE DES MUSEUMS

Im November 1887 brachen die ersten Missionare der noch jungen Klostergemeinschaft nach Ostafrika auf. Auf Anregung des Leiters der Gemeinschaft wurden Gegenstände aus dem Lebensumfeld der Missionare nach St. Ottilien zurückgeschickt.

Diese volkskundlichen, künstlerischen und religiösen Objekte, Tierfelle und Pflanzen sollten zur Unterweisung der neu ins Kloster eingetretenen Missionare dienen und sie auf ihren künftigen Einsatz im Missionsgebiet vorbereiten.

Die Sammlung wuchs rasch an. 1896 findet sich im Archiv der Erzabtei erstmals die Erwähnung eines "Afrika-Museums", dessen Initiator und Gründer P. Dominikus Enshoff war. Der spätere Erzabt Norbert Weber, der ab 1902 die Gemeinschaft leitete, unterstützte und förderte die Sammlung.

Umzüge

1903 zog das Afrika-Museum in einen eigens errichteten Anbau des südlichen Pfortenhäuschens vor St. Andreas um. Der Bau war stimmungsvoll, erwies sich aber unpraktisch für den Museumszweck, da die Exponate dem eindringenden Regenwasser und der Sonne ausgesetzt waren.

Im Jahr 1904 übersiedelte das Museum deshalb in den heutigen Altbau des Exerzitienhauses. Die zoologische und ethnologische Sammlung - bisher getrennt ausgestellt - wurden zusammengeführt.

Mit der Planung des Klosterneubaus zwischen Kirche und Südflügel wurden größere Räumlichkeiten für ein Museum und eine Präparationswerkstatt eingeplant. Ab September 1911 begann in Etappen der Umzug der Exponate in die neuen Räume. Der ausgebildete Ethnologe P. Meinulf Küsters war selbst Sammler, strukturierte aber die Präsentation.

Erweiterung und Umbenennung

Mit der Ausdehnung der Mission auf Korea ab 1909 und dem Beginn der Sammeltätigkeit gewann das Museum eine neue Abteilung hinzu. Das "Afrika-Museum" wurde in Missionsmuseum umbenannt.

Bisher war die Sammlung für den internen Gebrauch und besondere Gäste bestimmt, doch ab 1922 wurde sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Neben den naturwissenschaftlichen und ethnologischen Exponaten gab es auch arrangierte Szenen mit lebensgroßen Figuren wie z.B. die Behandlung von Aussätzigen durch eine Missionsschwester. Diese Szenen, die noch auf alten Postkarten und Leporellos zu finden sind, wurden in den 1950er Jahren wieder entfernt.

Immer wieder wurden auf Ausstellungen Exponate aus dem Missionsmuseum präsentiert, z.B. für die Weltmissionsausstellung 1925 in Rom.

Die Bestände des Museums wurden bis in die 1970er Jahre ergänzt, v.a. brachte Abtprimas em. P. Dr. Notker Wolf zahlreiche Objekte von seinen Reisen mit.

Sanierung

2005 wurde mit den ersten Kontakten zur Sanierung begonnen. Zwischen 2011 und 2015 wurden Museum und Depot umfassend klimatechnisch saniert und ein modernes museumspädagogisches Konzept umgesetzt.