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Der Wiedehopf (Upupa Epops)

Der lateinische Gattungsname klingt fast wie ein Kiswahili-Wort. Doch er ist lautmalerisch: Wiedehopf–Männchen rufen zur Brutzeit ein leises "Upupu".

Der Ruf ist bei uns nur selten zu hören, denn der Vogel ist rar geworden, wenngleich in letzter Zeit eine ganz leichte Zunahme der Brutpaare zu verzeichnen ist, eine Folge des Klimawandels, der die Verbreitungsgrenze der Art langsam nach Norden wandern lässt.

Das wärmeliebende, fast exotisch anmutende Tier braucht halboffene und nur extensiv bewirtschaftete Landschaften mit lückiger Vegetation am Boden, denn dort spaziert der Insektenfresser umher und sucht nach Kleintieren.
Zum Brüten braucht die Art Baum- oder Steinhöhlen, die ebenso Mangelware sind. Oft sind diese Behausungen recht bodennah und somit leicht für Fressfeinde zu erreichen. Jedoch haben schon die Küken eine wirksame Abwehrwaffe entwickelt: sie spritzen dem Angreifer ein übelriechendes Sekret aus der Bürzeldrüse oder auch Kot entgegen! Dabei können sie auch schlangenartig zischen.

Die scheinbare Buntheit ist je nach Umgebung auch eine Tarnfärbung, denn das Gefiedermuster bewirkt eine Gestaltauflösung, wenn der Vogel sich auf dem Hintergrund eines lebhaften Licht- und Schattenspiels aufhält.

Der Wiedehopf legt 5 bis 7 Eier, die knapp drei Wochen bebrütet werden. Die Jungen werden dann gut drei Wochen gefüttert. Südlichere Populationen schreiten in nahrungsreichen Sommerhalbjahren auch zu einer zweiten Brut, was jedoch bei uns nicht vorkommt, denn die mitteleuropäischen Sommer sind zu kurz. In Deutschland hat "Upupa" zwei Schwerpunkte des Vorkommens, am nördlichen Oberrhein in Baden-Württemberg und in Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt, wo gut die Hälfte aller deutschen Wiedehopfe brüten.

Wie kommt der Wiedehopf in unsere Afrika-Vogelvitrinen?
Ganz einfach: der Vogel ist auch Afrikaner. Einmal, weil er die Hälfte des Jahres, nämlich von September bis März, dort überwintert, zum anderen, weil er als afrikanische Rasse dort auch als Brutvogel vorkommt.

Der Wiedehopf ist über ganz Eurasien verbreitet. Deshalb ist er weltweit auch bislang nicht gefährdet. In Mitteleuropa befindet er sich jedoch auf der "Roten Liste". Aus diesem Grunde haben ihn auch unsere Naturschutzverbände als "Vogel des Jahres 2022" deklariert.
Und deshalb verdient es unser Wiedehopf-Präparat, als "Besonderes Exponat" ausgezeichnet zu werden.