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Büffel-und Antilopenschädel

Übersicht:

An der Spitze unserer "Schädel-Wand" hängt eine Trophäe eines männlichen Kaffernbüffels (Syncerus caffer).

Von rechts oben nach links unten sieht man 5 Schädel der Rappenantilope (Hippotragus niger), 3 Gehörne vom Wasserbock (Kobus spec.) und 5 Trophäen der Kuhantilope (Alcelaphus spec.).

Links vom Kaffernbüffelschädel hängt je ein Gehörn der Elen-Antilope (Taurotragus oryx) und des Spießbocks (Oryx gazella; ganz links oben).

Alle Trophäen stammen aus Ostafrika und wurden im Kontext der Missionen St. Ottiliens erjagt oder erworben und ins Missionsmuseum gebracht.

Zur Biologie der Hörner:

Man kann sich fragen, welchen Zweck solcher im Einzelfall sehr schwere "Kopfschmuck" haben soll. Ein Kaffernbüffelkopf bringt leicht einen Zentner auf die Waage. Dieses Gewicht muss denn auch von den Nackenmuskeln gehalten werden, was gerade den männlichen Tieren den berühmten "Stiernacken" beschert.

Der unmittelbare Zweck der Kopfaufbauten ist der Kampf, allerdings selten auf Leben oder Tod, sondern im Allgemeinen um den Rang. Man spricht von einem sog. Kommentkampf, bei dem sich die Tiere schieben oder gegenseitig anrennen. Die Spielregel unter den Männchen heißt: Der Schwächere gibt nach – und der Stärkere bekommt das Weibchen.

Die weiblichen Tiere wiederum schauen sich die Männchen genau an. Je größer die Gesamterscheinung, und hier gerade das Gehörn, und je besser das Abschneiden im Turnier unter den männlichen Geschlechtsgenossen, desto attraktiver. Der Attraktivere wird zur Paarung zugelassen. Damit sorgen gerade die weiblichen Tiere langfristig dafür, dass sich die Gene für immer größere Hörner durchsetzen – solange, bis andere Selektionsdrücke der Evolutionstendenz "Spektakulärer!" ein Ende bereiten, indem die Nachteile zum Zug kommen. Große Hörner bedeuten einen ungeheuren Energie- und Materialverbrauch: Ist doch die Hornscheide aus reinem Protein gebaut, während der Zapfen im Horn lebendiger Knochen ist, wiederum ein "teures" Material: Mineralien und Eiweiß.

Kaffernbüffel zählten zu den "Big Five" der afrikanischen Jagd-Safari: Die fünf stattlichsten und gleichzeitig am schwersten zu bejagenden Arten waren neben dem Büffel Elefant, Nashorn, Löwe und Leopard. Afrikanische Büffel gelten als unberechenbar. Sie können auch Touristen gefährlich werden, insbesondere wenn man sich männlichen Tieren nähert und diese sich angegriffen fühlen.