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Juckbohne (Upupu)

"Upupu", so nennt man die Juckbohne auf Kiswahili. Mucuna pruriens, "die juckende Bohne", heißt das Schlinggewächs aus der Familie der Schmetterlingsblütler wissenschaftlich.

Die heute in den gesamten Tropen verbreitete Pflanze stammt ursprünglich aus Südostasien. Das anspruchslose Gewächs findet sich gern an trockenen Stellen in jeder Form von Gebüsch. Zur Blühzeit trägt es schöne weiße Blütenstände, die von langrüsseligen Insekten bestäubt werden.

Die zwei Gefäße mit reifen Bohnen von "Upupu" in der Ausstellung des Missionsmuseums (Große Afrikahalle) stammen beide aus dem ostafrikanischen Busch.
Die Herkunft des älteren Gefäßes, dessen Bohnen nach sicher inzwischen über 100 Jahren braun geworden sind, ist nicht mehr genau zu eruieren.

Die frischeren Bohnen hat der Museumsleiter hinter der Abtei Ndanda im August 2019 geerntet. Dabei muss man höchste Vorsicht walten lassen: schon eine geringe Erschütterung, ja sogar ein Windstoß genügt, dass die Hülsenfrüchte "stauben". Die feine Behaarung auf den Früchten löst sich, und dieser "Feinstaub" dringt durch die Kleidung auf die Haut, wo er lang anhaltenden Juckreiz verursacht.

Nur Reiben mit Sand wirkt dann mildernd, nicht einmal mehrmaliges Duschen kann das "Juckpulver" beseitigen. Wenn man also als botanisch interessierter Afrikareisender auf die attraktiven Früchte trifft, bewährt sich eine alte Tropenregel: Nichts anfassen, schon gar nichts, was man nicht genau kennt!

Im grünen Zustand kann die Pflanze ans Vieh verfüttert werden, allerdings nur an Wiederkäuer, und auch hier am besten nur als Heu oder Silage, denn das Gewächs ist schwer verdaulich.

Der Mensch kann die grünen Schoten und die Blätter nur nach langem Kochen unbeschadet genießen, was in manchen Gegenden gebräuchlich ist. Dem Verzehr sagt man aphrodisierende Wirkung nach. Die trockenen Mucuna-Bohnen haben einen anregenden Effekt und können gemahlen als Kaffee-Ersatz dienen – allerdings ist die Entnahme aus den Hülsen aus besagten Gründen problematisch.

Inzwischen gibt es jedoch Kulturformen von Mucuna, deren Hülsen nicht mehr stauben bzw. deren Härchen nicht mehr allergen wirken. Es gibt Hinweise, dass Mucuna auch pharmakologisch interessant ist: Die Einnahme eines Extraktes scheint die Dopaminausschüttung im Gehirn zu erhöhen. Deshalb wird die Juckbohne in der Phytotherapie als Heilmittel gegen Parkinson diskutiert.